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Zuneigung statt Leckerchen

Hunde mit einer sicheren Bindung sind entspannter. Das zeigt sich gerade in ungewohnten Situationen. Bettina Mutschler ist Hundeerziehungsberaterin, Fachkraft für tiergestützte Therapie und Buchautorin im Interview. Von Angela Horstmann

 

Frau Mutschler, dass eine sichere Bindung für die Entwicklung eines Kindes wichtig ist, weiß man schon länger. In der Hundeszene aber war es lange kein Thema...

 

Bettina Mutschler: In den 1970er Jahren ist in der Schweiz schon mal dazu geforscht worden. Dann ist es wieder in Vergessenheit geraten. Zum Thema hierzulande wurde es unter anderem erst durch die tiergestützte Therapie, mit der seit einigen Jahren erfolgreich gearbeitet wird und bei der es viel auf die Bindung zwischen Mensch und Tier ankommt. Dabei hat man entdeckt, dass unsicher gebundene Kinder neue Bindungsmuster gegenüber Hunden aufbauen können und sie diese sicheren Bindungserfahrungen später auch auf Menschen übertragen. Aufgrund dieser Erkenntnis, dass Menschen sich an ein Tier binden können, war es wieder interessant zu fragen, ob es nicht auch anders herum möglich ist. Ob sich ein Hund an einen Menschen bindet.

 

Und, kann er das?

 

Mutschler: Ja. Forscher der Budapester Uni haben herausgefunden, dass sich Hunde tatsächlich auch an den Menschen binden, so wie Kinder an ihre Eltern. Gerade in fremden, ungewohnten Situationen zeigte sich, dass die Hunde ähnlich wie Kinder ihre Bezugsperson als sicheren Hafen und als sichere Basis ansehen, auf den sie sich verlassen können.

 

Ist das denn gut so?

 

Mutschler: Vor ein paar Jahren haben renommierte Wissenschaftler das noch verneint. Eine enge Bindung zwischen Mensch und Hund sei gefährlich, hieß es. Besser sei eine gute Beziehung.

 

Was ist denn der Unterschied?

 

Mutschler: Eine Beziehung ist in der Regel unspezifisch, ich kann zu vielen Menschen Beziehungen haben. Eine Bindung ist dagegen spezifisch und ist eine Verbindung mit einer emotionalen Komponente, die bestehen bleibt – egal wie oft man sich sieht. Eine Beziehung kann man zu allen möglichen Menschen aufbauen, sie kann auch wieder zerbrechen. Eine Bindung bleibt ein Leben lang bestehen.

 

Aber warum könnte eine enge Bindung gefährlich sein?

 

Mutschler: Zunächst ist es falsch, von einer engen Bindung zu sprechen. Man hat eine Bindung oder man hat keine. Heute unterteilt man Bindung in sicher, unsicher und ambivalent. Die Vorstellung, die Bindung eines Hundes an seinen Menschen sei gefährlich, hängt wahrscheinlich mit der Vorstellung zusammen, dass Hunde nicht ihr Leben lang eine Bezugsperson haben. Ist die Bezugsperson nämlich weg, dann leidet der Hund. Und dies, so die Vorstellung, kann man ihm ersparen, wenn man keine Bindung zu ihm aufbaut. Diese Vorstellung ist aus meiner Sicht aber irrig. Denn ein Hund baut so oder so eine Bindung zu mir auf, eben eine sichere oder eine unsichere. Eine unsichere Bindung entsteht meist dadurch, dass die Menschen nicht konsequent die Elternrolle gegenüber ihrem Hund einnehmen. Dadurch gerät der Hund immer wieder in Situationen, in denen er die Führungsrolle übernehmen muss.

 

Wenn die Rollenverteilung „normal“ ist, ist es in der Forschung inzwischen aber Konsens, dass eine sichere Bindung auch für Hunde wichtig ist...

 

Mutschler: Ja, inzwischen weiß man, dass Hunde – wie Menschen auch – ein genetisch angeborenes Bedürfnis haben, sich zu binden. Es hat Untersuchungen gegeben, in denen intensiv von Menschen sozialisierten Wolfswelpen mit Hundewelpen unter gleichen Aufzuchtbedingungen im Alter von vier Monaten verglichen wurden. Die Hunde zeigten Bindungsverhalten, die Wölfe aber nicht. Und es gibt weitere Versuche, die auch zeigen, dass Welpen eher zu einem Menschen laufen als zu einem Hund. Eine Bindung baut jeder Hund zu seiner Bezugsperson auf. Die Frage ist nur wird es eine sichere oder eine unsichere Bindung.

 

Ist es nicht irritierend, dass ein Hund eher zu einem Menschen eine Bindung aufbaut...

 

Mutschler: Offensichtlich hat die lange Domestikation der Hunde sie so verändert, dass es für sie einfacher ist, in einem engen Kontakt zum Menschen zu leben. Nicht umsonst ist der Hund das beliebteste Haustier. Dabei spielt die Bindung zwischen Mensch und Hund eine entscheidende Rolle.

 

Inwieweit?

 

Mutschler: Der Neurobiologe Gerald Hüther hat einmal – bezogen auf Kinder – gesagt, dass Bindung der Treibstoff ist, damit die Rakete fliegt. Bindung also ist eine gute Basis, damit Erziehung gelingen kann. Eine bindungsgeleitete Hundeerziehung meint daher auch nicht, dass man ein bestimmtes Trainingsprogramm durchzieht. Vielmehr ist die Idee dahinter, dass ich in allererster Linie ein vernünftiger und vor allem verlässlicher Sozialpartner für mein Tier bin. Je feinfühliger ich als Mensch auf mein Tier reagiere, umso eher wird eine sichere Bindung entstehen.

 

Und wie bekommt man das hin?

 

Mutschler: Allein mit einer ganz klassischen Hundeerziehung, bei der der Hund für einen gut ausgeführten Befehl zur Belohnung ein Leckerchen bekommt, kann man das nicht erreichen. Wichtig ist vielmehr, dass man von Anfang an versucht, sich in seinen Hund und seine Bedürfnisse hineinzuversetzen. Ein Beispiel: Bei jungen Hunden ist der Reflex vieler, auch fremder Menschen, dass sie ihn streicheln wollen. Die Frage ist aber: Hat mein Hund daran Spaß oder bereitet es ihm eher Angst? Wenn ich das weiß und dafür sorge, dass andere ihn nicht streicheln, dann nimmt mich mein Hund als sicheren Hafen wahr. Gerade, wenn ein Hund neu in die Familie kommt, empfehle ich, sich viel Zeit füreinander zu nehmen, um feststellen zu können, was mein Hund mag und was nicht. Ich vergleiche das gerne mit einem Mann und einer Frau, die frisch ineinander verliebt sind. Sie tauchen auch erst einmal für ein paar Wochen in die Zweisamkeit ab, bevor sie sich wieder mit anderen treffen.

 

Funktioniert das nur bei Welpen?

 

Mutschler: Im Welpenalter ist das besonders wichtig. Aber auch erwachsene Hunde können noch eine sichere Bindung aufbauen. Ich kenne Straßenhunde aus Südeuropa, die es auch später geschafft haben. Aber es gibt keine Garantie, dass sich ein älterer Hund an mich bindet. Grundsätzlich ist es leichter, wenn ein Hund von Geburt an mit Menschen sozialisiert wurde und als Welpe zu seiner Bezugsperson kommt.

 

Wie wirkt sich eine sichere Hund-Mensch-Bindung im Alltag aus?

 

 

Mutschler: Ein Hund mit sicherer Bindung ist entspannt und orientiert sich an seinem Menschen. Er lässt sich gut beeinflussen, da der Hund seinen Menschen als sichere Basis hat, kann er seine Umgebung erkunden. Er weiß, dass ich ein verlässlicher Partner bin, der ihm Sicherheit vermittelt. Gleichzeitig bin ich der sichere Hafen, in den er zurückkehren kann, wenn er Angst bekommt. Deshalb braucht man dann auch kein Leckerchen, damit er wieder zu mir zurückkommt. Es ist ihm einfach wichtig, bei mir zu sein.

Quelle: Kölner Stadt-anzeiger


Tierschutzhunde sichern

Bei der Ankunft am Flughafen tragen unsere Hunde ein Halsband. Für die Sicherung des Hundes ist jeder Adoptant ab dem Zeitpunkt der Übergabe selbst verantwortlich. Als Empfehlung gilt: unbedingt ein zweites Halsband oder ein Geschirr. (Siehe Beitrag weiter unten)

Man liest es jeden Tag in Hunde-Foren, in diversen Facebook-Gruppen und auf Tierschutzseiten:

Hund bei Ankunft aus dem Ausland entlaufen

Oder

Hund nach Umzug von Pflegestelle zu Endstelle entlaufen 

Und immer wieder enden solche Hunde totgefahren im Strassengraben oder erschossen vom Jäger oder zermatscht an den Bahngleisen.

Ich mag es nicht mehr lesen. Und deshalb gibt es hier nun eine Anleitung, wie man Tierschutzhunde sichern kann-muss-sollte, bis sie sich an das neue Zuhause und die neuen Menschen gewöhnt haben und eine Bindung aufgebaut haben.

Ein Hund, zumal wenn er ein ehemaliger Strassenhund ist oder aus schlechter Haltung kommt oder misshandelt wurde oder in einem Tierheim im Ausland untergebracht war, ist erst mal mehr oder weniger (im Zweifel immer von "mehr" ausgehen) traumatisiert.  Der Hund weiss nicht, dass er nun ein Zuhause bekommen soll und dass er ein Wunschtier ist, auf das viel Liebe, ein weiches Sofa und gutes Futter wartet. 

Der Hund ist auch erstmal nicht sofort dankbar, dass er gerettet wurde. Sondern der Hund hat eine lange Reise hinter sich und er hat null Ahnung, was auf ihn zukommt.  Er ist verunsichert bis panisch und würde jede noch so winzige Gelegenheit zur Flucht ausnutzen.

Und nein, es genügt nicht, den Hund nach der Ankunft ein wenig zu knuddeln und zack, geht ihm ein Lichtlein auf und er weiss glasklar: das sind meine Menschen, mir will keiner was Böses mehr, hier lebe ich nun, das ist mein Zuhause.

So funktionieren Hunde nicht. 

 

Es fängt bei der Abholung vom Transport aus dem Ausland an.

 

Die Hunde müssen IM (!) Transporter, bei geschlossener Türe (!) gesichert werden.  

Entweder die Adoptanten bringen gleich ein Sicherheitsgeschirr mit, und falls sie noch keines haben (aus irgendwelchen Gründen), dann sollten sie ein sogenanntes Führgeschirr mitbringen, das es in jedem Zoogeschäft zu kaufen gibt.

Es gibt diese Führgeschirre in den Grössen XS, S, M, L und XL.

Sie bestehen aus einem Halsring und einem Brustring, die miteinander verbunden sind.

 

Jeder Adoptant weiss, wie gross ungefähr der Hund ist, den er adoptiert hat. Wenn er sich um Unklaren ist, ob Grösse S oder Grösse M passt, zum Beispiel, dann kann man mit dem Zoogeschäft besprechen, beide Geschirre zu bezahlen, mitzunehmen, und das nicht passende Geschirr wieder zurück zu bringen. Das macht fast jedes Zoogeschäft und wenn nicht, dann geht man halt ins nächste. Es gibt KEINE (keine-keine-keine!!!!!!!) Ausrede, zur Abholung eines Hundes ohne Geschirr aufzukreuzen. KEINE!

In den allerwenigsten Fällen kann der Adoptant den Hund im Transport-Kennel (in dem er im Transporter saß) ins eigene Auto umladen und nach Hause bringen, denn die Kennels gehören meist der Transportgesellschaft, und verbleiben im Transporter.

Ausser dem Geschirr sollte der Adoptant ein Halsband und 2 (in Worten: ZWEI!!!) Hundeleinen dabei haben. Mit stabilen Karabinern, also nicht der billigste Kram vom Grabbeltisch.

Der Hund wird also im Transporter angezogen: Halsband, Geschirr, und an beides wird eine Hundeleine festgemacht.

Die eine Leine schnallt man sich entweder um den Bauch oder wickelt sie fest um das Handgelenk. Die andere Leine hält man in der Hand.  

Und nein, das ist nicht übertrieben. Es passiert dauernd, dass Hunde direkt bei der Ankunft abhauen.

Die Tiere sind verstört vom Transport, sie geraten beim Aussteigen in Panik, der Mensch ist nicht drauf gefasst, die Leine rutscht aus der Hand und zack, ist der Hund weg. Und nicht wenige dieser Tiere enden tot im Strassengraben.

So, Hund ist gesichert, nun geht es ohne Umweg zum Auto des Adoptanten. Bitte kein "der Hund muss erst mal Gassi gehen" oder ähnlichen Blödsinn. 

Hunde auf dem Rücksitz müssen angeschnallt werden.

Hunde, die auf der Ladefläche in Kombis oder SUVs nach Hause gefahren werden, macht man mit einer der beiden Leinen im Innenraum des Autos fest. Damit sie beim Ausladen Zuhause nicht direkt von der Ladefläche springen und abhauen können.

Zuhause angekommen, macht man nochmal allen Familienmitgliedern klar, dass der Hund noch keine Bindung an seine neue Familie und sein neues Zuhause hat und dass er möglicherweise den kleinsten Türspalt oder ein geöffnetes Fenster zur Flucht nutzen könnte.

Eventuell passierte Pfützen oder Häufchen im Auto oder in der Wohung gehören dazu. Ist halt so.

Wer einen Hund will, sollte eine rustikale Einstellung zu Kot und Urin haben. Kann man alles wegputzen.

Wer damit nicht umgehen kann, sollte sich kein Haustier anschaffen.

Den Hund auch bitte nicht ohne Geschirr, Halsband und zwei Leinen in den Garten lassen, falls der Garten nicht komplett von einem 2 Meter hohen Zaun umgeben ist. 

Es gibt Hunde, die springen auf halbe Höhe und kraxeln dann vollends über den Zaun. Es gibt Hunde, die klettern wie Katzen an einem Zaun hoch. 

Wer noch nie einen Hund mit einer Panik-Attacke erlebt hat, weiss nicht, zu was ein Hund fähig sein kann.

Wer jetzt kommt und sagt "aaaaber der Hund braucht doch mal Bewegung, der muss doch mal rennen können!" - ja, muss er. Und dafür hat er sein ganzes restliches Leben Zeit, wenn er nicht in der ersten Zeit abhaut und plattgefahren auf der Strasse endet. 

Ein Hund übersteht es, ein paar Wochen gesichert an zwei Leinen spazieren zu gehen.

Irgendwann kann man dann die Schleppleine zum Einsatz bringen und wenn die Grundkommandos sitzen und der Hund eine feste Bindung zu seinen Menschen aufgebaut hat, dann kann man die meisten Hunde in geeignetem Gelände auch frei laufen lassen. 

Es empfiehlt sich, das auf einem eingezäunten Hundeschulgelände anzufangen und zu üben und nicht direkt im Wald oder der Pampa.

Manche Hunde, speziell die, die ein Leben als Strassenhund hinter sich haben und von Hundefängern mit einer Schlinge eingefangen wurden, haben erstmal ein Problem damit, sich zuhause Halsband und Geschirr und Leine anlegen zu lassen, sie reagieren also kopfscheu, wenn Herrchen oder Frauchen sie "anziehen" wollen. 

Das kann man in vielen Fällen so lösen: im Haus zieht man das Geschirr aus, lässt aber das Halsband tagsüber am Hund. Und an das Halsband macht man einen dünnen Strick, der so lang ist, dass er nicht bis ganz zum Boden geht. Eine entsprechend gekürzte/abgeschnittene Leine geht natürlich auch. 

Wenn es an der Tür klingelt oder man mal kurz zum Briefkasten muss oder ein Familienmitglied nach Hause kommt oder das Haus verlässt, kann man den Hund kurz festhalten, bis die Wohnungs- oder Haustüre wieder sicher verschlossen ist. 

In der Zeit, in der das Tier ohne Aufsicht ist, auch nachts, muss man das Halsband und den Strick unbedingt entfernen, das könnte sonst gefährlich werden. Also bitte nur, wenn man Zuhause ist und den Hund unter Aufsicht hat. 

So, nun zu den Geschirren, die sich dazu eigenen, einen Hund zu sichern, und zu denen, die sich nicht dazu eigenen.Bei allen Geschirren, Leinen und Halsbändern gilt: billiger Krempel ist aus schlechtem Material mit schlechten Verschlüssen und taugt nichts. 

Kürzlich kam ein Hund zu Tode, der zwar mit einem Sicherheitsgeschirr gesichert war, bei dem der D-Ring (an dem die Leine befestigt wird) abriss, als der Hund erschrak und rückwärts in die Leine sprang. Der Hund rannte weg und direkt unter ein Auto. Mit einem zusätzlichen Halsband und einer zweiten Leine lässt sich so etwas verhindern. 

Am besten sind natürlich sogenannte Sicherheits- oder Panik-Geschirre.

Diese haben einen zweiten Bauchring, der hinter dem Brustkorb sitzt. Ein Hund hat (falls er nicht fett ist, und das sind die wenigten Tierschutzhunde aus dem Ausland, oder ein sehr junger Welpe ist, das sind auch die wengisten Hunde aus dem Ausland) am Bauch einen kleineren Umfang als am Brustkorb. Deshalb können diese Geschirre nicht abgestreift werden, wenn der Hund z.B. rückwärts in die Leine springt. Der Bauchring passt nicht über den Brustkorb und dadurch kann der Hund nicht aus dem Geschirr schlüpfen.

So sehen diese Geschirre z.B. aus:

Es gibt diese Sicherheits- oder Panikgeschirre von vielen verschiedenen Herstellern. Oft muss man sie nach Maß bestellen, was natürlich ungeschickt ist, wenn man die genauen Maße des Hundes noch nicht hat. Es gibt aber auch Sicherheitsgeschirre, die sich in der Grösse variabel verstellen lassen und die man z.B. in der Grösse M einem mittelgrossen Hund passend einstellen kann und in der Grösse S einem kleinen Hund. 

Hat man zur Abholung des Hundes noch kein Sicherheits- oder Panikgeschirr parat, sichert man den Hund mit einem Führgeschirr, einem Halsband und zwei Leinen.

Das Führgeschirr besteht aus einem Halsring und einem Brustring, die miteinander verbunden sind.

Achtung: wenn der Hund panisch in die Leine rennt, kann er sich das Geschirr rückwärts abstreifen.

Diese Geschirre sind für einen neu vermittelten Hund nur eine Notlösung und sollten so schnell als möglich durch ein Sicherheits- oder Panikgeschirr ersetzt werden.

Beispiele von Führgeschirren mit und ohne Doppelsicherung mit Halsband und zweiter Leine: 

Jetzt zu den NICHT empfehlenswerten Geschirren: Norwegergeschirre, bzw. Brustgeschirre.

Diese Geschirre sind NICHT sicher. Wenn der Hund rückwärts in die Leine springt, zieht er sich ein Norweger-, bzw. Brustgeschirr im Nullkommanichts über den Kopf. 

Nun zu den Leinen. 

Flexileinen, bzw. Roll-Leinen sollte man NICHT (nie!) benutzen. Sie sind nicht sicher, sie rutschen einem leicht aus der Hand und man kann den Hund damit nicht kontrollieren. 

Dazu kommt, dass Flexileinen, wenn sie einem aus der Hand fallen, selbst nicht ängstliche Hunde in Panik versetzen können. Der Plastikkasten scheppert hinter dem Hund her und "verfolgt" ihn, egal was er macht, das Ding wird er nicht los. Da kann selbst der ruhigste Hund panisch reagieren.

Flexileinen sind der grösste Unsinn seit Erfindung der Hundleine.

Geeignet sind qualitativ gute Führleinen aus Leder oder Nylon mit hochwertigen Karabinern. Es gibt auch Leinen-Systeme, bei denen man die Leine an einen Bauchgurt befestigen kann, was gerade bei der Doppelsicherung eines Hundes sinnvoll ist. Falls einem eine Leine aus der Hand rutscht, dann ist der Hund an der zweiten Leine, die am Bauchgurt des Menschen befestigt ist, gesichert.Statt an einem Bauchgurt kann man die zweite Leine auch einfach an einem Gürtel befestigen. 

Halsbänder.

Am besten eignet sich ein Halsband mit Zugstopp. Aus solchen Halsbändern kann sich ein Hund nur sehr schwer rauswinden, wenn sie richtig eingestellt wurden, das heisst, nicht zu weit und nicht zu eng.

Man sollte, wenn kein Zug darauf ist, die Hand zwischen Halsband und Hund stecken können und mit Zug darauf sollte das Halsband wirklich eng anliegen und nicht über den Kopf des Hundes passen. 

Und auch hier gilt wieder, Billigware ist keine Option, um einen Hund vernünftig zu sichern. 

 

Quelle: http://hunde-sichern.blogspot.de/


Schmerzen erkennen und behandeln

Spike lebt nun schon viele Jahre im Haushalt der Familie Becker. Als Hundebaby war er schmusig und verspielt, als Teenager hat er voller Elan seine Umgebung erkundet. Der ausgewachsene Spike war stets ein treuer, wachsamer Begleiter der Familie. Jetzt, mit Eintritt in die Seniorphase, wird er zusehends ruhiger - und eigenbrötlerisch. Immer häufiger zieht er sich zurück, weicht Berührungen aus. Irgendwie hat sich sein Gesichtsausdruck verändert, er knurrt und winselt scheinbar grundlos - und beim letzten Herumtollen hat er sogar versucht zu beißen. "Spike wird eben alt", meinen die Beckers. Und ahnen nicht, dass ihr vierbeiniger Hausfreund möglicherweise krank ist und Schmerzen hat.

Ob ein Hund Schmerzen hat, ist nicht einfach zu erkennen. Denn zu den natürlichen Schutzmechanismen von Tieren gehört es, Schmerzen möglichst zu verbergen, weil Zeichen von Schwäche in der freien Natur den Tod bedeuten können. Doch die beschriebenen Verhaltensänderungen, die sich oft über einen längeren Zeitraum entwickeln, können Zeichen von Schmerzen sein.

Schon beim ersten Verdacht sollten Tierhalter deshalb sofort den Tierarzt aufsuchen, denn der Schmerz ist häufig ein Indiz für eine schwerwiegende Erkrankung wie beispielsweise Arthrose, Hüftprobleme oder Magen-Darm-Erkrankungen. Die Verhaltens-Warnsignale helfen dem Tierarzt, nicht nur die Krankheit selber, sondern auch Ausmaß und Ursache des Schmerzes zu bestimmen und eine anschließende Schmerztherapie einzuleiten. Mit einem rechtzeitigen Erkennen von Schmerzen lässt sich zudem verhindern, dass aus zunächst akuten im Laufe der Zeit chronische Schmerzen werden. Eine frühzeitige Gabe von Medikamenten verhindert darüber hinaus das Phänomen des sogenannten Schmerzgedächtnisses, bei dem die Patienten auch dann noch unter Schmerzen leiden, wenn sie längst wieder gesund sind. Schmerztherapien können zudem bei älteren und chronisch kranken Hunden die Lebensqualität erheblich verbessern.

Die Gabe von Schmerzmitteln ist auch bei operativen Eingriffen sinnvoll. War man früher der Meinung, dass der Schmerz nach einer OP förderlich ist, weil sich das kranke Tier dann weniger bewegt, weiß man heute, dass schmerzfreie Tiere schneller genesen. Es gilt als wissenschaftlich gesichert, dass sich auch Schmerzen vor der Operation wesentlich auf die Schmerzempfindlichkeit nach der Operation auswirken und daher kontrolliert werden müssen.

Vor allem in den letzten Jahren wurden für Hunde moderne Medikamente entwickelt, die akute und chronische Schmerzen lindern können sowie in hohen Dosierungen und teilweise auch ein Leben lang gut verträglich sind.

Weiterführende Informationen finden Sie unter:

http://www.bft-online.de/presse/kleintiergesundheit/schmerzmanagement-bei-hund-und-katze/hintergrundinformationen-zu-schmerzmanagement-bei-hund-und-katze/

http://www.bft-online.de/presse/kleintiergesundheit/schmerztherapien-unterstuetzen-den-heilungsverlauf/hintergrundinformation-schmerztherapie-bei-hund-und-katze/

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Ob ein Hund oder eine Katze Schmerzen hat, ist nicht immer leicht zu erkennen. Veränderungen des Tieres müssen richtig gedeutet werden. Quelle: ITIS, Grafik: BfT

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Schmerztherapien können bei älteren und chronisch kranken Hunden die Lebensqualität erheblich verbessern. Foto: Klostermann/BfT



NEUE RICHTLINIE FÜR WELPENIMPFUNG,

AUFFRISCHIMPFUNGEN BEI IMMUNEN HUNDEN UNNÜTZ

2. Juni 2014 um 10:51

Der Weltverband der Kleintierärzte WSAVA hat eine neue Richtlinie für die Impfung von Hundewelpen verfasst (Original-PDF). Wichtigste Aussage: Die regelmäßig durchgeführten „Auffrischimpfungen“ gegen SHP (Staupe-Hepatitis-Parvo) erhöhen den Schutz der Impfung nicht.

Grundsätzlich wird empfohlen, alle Welpen gegen Staupe, Hepatitis und Parvovirose zu impfen. In Ländern mit Tollwutvorkommen sollte die Tollwutimpfung ebenfalls zum Standardprogramm für Welpen gehören.Die letzte Welpenimpfung sollte im Alter von 14 bis 16 Wochen (nicht früher) erfolgen. Anschließend sollte für 98 Prozent der geimpften Welpen ein jahrelanger, wenn nicht lebenslänglicher Schutz bestehen.Der Weltverband empfiehlt dann noch eine Auffrischimpfung 12 Monate nach Abschluss der ersten Impfganges. Hier geht es nur darum die Hunde aufzufangen, die beim ersten Impfgang „durchgefallen“ sind.Bei einem immunen Hund seien weitere Auffrischimpfungen unnütz und wirkungslos.

Ausdrücklich wird empfohlen, so wenig Impfungen als möglich zu geben, um den Körper der Tiere nicht unnötig zu belasten. Mit Titertests (Blutabnahme und Antiköperbestimmung) lässt sich feststellen, ob der Hund immun ist, auch die Notwendigkeit der Auffrischimpfung nach 12 Monaten ließe sich darüber bestimmen.

(via Haustiere impfen mit Verstand),

 

SHP (Staupe- Hepatitis-Parvovirose) nicht häufiger als alle drei Jahre impfen soll.

2. Juni 2014 um 10:54

Der Weltverband der Kleintierärzte schreibt in seinen Richtlinien, dass man gegen SHP (Staupe- Hepatitis-Parvovirose nicht häufiger als alle drei Jahre impfen soll. Diese Richtlinie wird allerdings von sehr vielen Tierärzten falsch verstanden. Denn sie empfehlen die Impfung gegen SHP (Staupe- Hepatitis-Parvovirose alle 3 Jahre durchführen zu lassen.

Ein zum Himmel schreiender Unterschied! Noch immer werden von unzähligen Tierärzten regelmäßig im  3-Jahresabstand freundliche Impfaufforderungen über den Postweg an die 

Tierhalter verschickt.

Ist dies wirklich auf falsche Auslegung, oder falsches Verstehen zurück zu führen? Fast drängt sich hier der Gedanke auf, dass man auf diese rentable Einnahmequelle nicht verzichten möchte.

Es wird in Kauf genommen, dass unsere Haustiere, die keinerlei Möglichkeit haben sich dagegen zur Wehr zu setzen, alle 3 Jahre mit Schwermetallen und hochtoxischen Stoffen zu kranken und toxisch hoch belasteten Tieren generieren. Erkrankungen, die unsere Haustiere vor einigen Jahren noch kaum kannten, belasten heute deren Gesundheit und die Kassen der Tierhalter.

Kritische Tierhalter stellen längst die Frage in welchem Zusammenhang diese gesundheitlichen Veränderungen unsrer Haustiere mit dem Erleiden der lebenslangen Überimpfungen stehen.

Eine weitere Richtlinie des Weltverbands der Kleintierärzte appelliert dahingehend:

Wenn der Hund bereits Immunität gegen SHP (Staupe- Hepatitis-Parvovirose besitzt, wird diese Immunität durch Nachimpfungen NICHT ERHÖHT.

Und diese klaren Aussagen werden von unzähligenTierärzten noch immer falsch verstanden?

Dies möge unsere Lobby als naturheilkundlich orientierte Tiertherapeuten und Tierhomöopathen immer mehr stärken. In der Hoffnung, dass unser bisher oft nur kaum gehörter Appell lauter und 

lauter wird, und bis in jede verweißte Gasse hinein schallt. Erkenntnisse, die einige Tierärzte wach gerufen haben! Erkenntnisse, die für uns Tier-Naturheilkundler keinesfalls neu sind. 

Wir treten für diese Erkenntnisse seit jeher mit vollem Einsatz ein!

 

Ein Artikel von Frank Weber, Moderator, VOX - hundkatzemaus

 

Ein Auslandshund nimmt den deutschen Hunden nichts weg!

"Ein Auslandshund nimmt einem deutschen Hund nichts weg, im Gegenteil." 

Zur ewig wieder aufflackernden Diskussion über "Auslandshunde" habe ich eine tolle Aussage von Frank Weber, Tierheimleiter Franziskus Tierheim/Hamburg, gefunden...

Ausschnitt aus der BMT-Zeitschrift, Dez. 2011: "... an Staffordshire, Rottweiler, Dobermann, Schäferhund und Herdenschutzhunden herrscht meistens kein Mangel. An Interessenten, die mit solchen Hunden umgehen können, aber schon. Was nur noch selten im Tierheim abgegeben wird, sind gesunde, sozialverträgliche und freundliche Hunde. Und eben diese Hunde sind es, die der normale Hundehalter gerne in seine Familie holen würde. Wohin kann man denn eine sympathische Familie mit Kindern schicken, wenn man keinen im Tierschutz geeigneten Hund hat? Soll man ihnen sagen, sie sollen sich mal im Internet umschauen oder gleich beim nächsten Hundehändler - da ist es billiger? - Und gleichzeitig sitzen in Tierheimen und Tötungsstationen im uns umgebenden Europa Tausende von armen Seelen unter erbarmungswürdigen und lebensbedrohlichen Bedingungen. Darunter Hunderte unkomplizierte freundliche Hunde, die in ihren Herkunftsländern ein grausamer und schmerzhafter Tod erwartet.

Da wundert man sich immer wieder über die Argumentation, wegen dieser Hunde würden die deutschen Hunde im Tierschutz kein Zuhause finden. Das ist definitiv ein Trugschluss. In der Realität ist das Gegenteil der Fall. Wenn man nette, gut vermittelbare Tiere aus dem seriös praktizierten Auslandstierschutz hat, kommen mehr Interessenten in die Vermittlung. Wie die Erfahrung zeigt, erhöht das definitiv auch die Chancen der "schwierigen Hunde", unter diesen tierlieben Menschen ein neues Herrchen zu finden".

DANKE an Frank Weber


Ein Beitrag von Sonja,  www.tierzuliebe.info

 

Vorsicht Tierschutz

Schon fast ein Jahr beobachte ich den Auslandstierschutz auf Facebook. Ich kenne das Elend Vorort in Spanien, Rumänien, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Bulgarien und weiß, dass nicht nur in Spanien usw., sondern überall, auch in Deutschland Hilfe und Veränderung dringend nötig ist. Ich beobachte Facebook nun aus einem neuen Blickwinkel und bin, gelinde gesagt, mehr als erschrocken und auch abgeschreckt.

Private “Tierschützer” und neue “Organisationen”, die nicht selten mit sehr dubiosen Methoden so genannten Tierschutz betreiben wollen, immer wieder Hilferufe mit beinahe gleichlautenden Texten:

“Hund hat nur noch 5 Tage zu leben !”

“Unschuldige Hunde und Katzen in der Tötung, bitte helft ihnen!”

“Tötungstag übermorgen, bitte helft uns diese Hunde zu retten !”

“23 Hunde und 12 Katzen haben nur noch 5 Tage zu leben, bitte helft!”

“Wir suchen dringend Pflegeplätze und Geldspenden, um die Tiere Vorort raus zukaufen, eine Tierpension und den Transport zu bezahlen !”

Dazu herzergreifende Fotos die das ganze Elend zeigen. Welcher Tierfreund möchte da nicht wirklich gerne sofort seine Hilfe anbieten ?

In staatlichen Perreras werden keine Fristen verlängert ! Hunde, die einen Tötungstermin haben, werden getötet. Viele dieser ”Tierretter” haben noch nie ernsthaft versucht, mit privaten Tierschützern in Spanien Kontakt aufzunehmen, um so einen Teil der Hunde aus der unmittelbaren Gefahr zu bekommen. Sie wissen, dass sie dann mehr tun müssen als Panik-Mails zu verschicken. Die berechtigten Auflagen der privaten Tierheime sind ihnen zu streng, zu mühsam. Es ist einfacher Facebook-Tierschützer zu finden, die man mit “wird getötet” so sehr erschrecken kann, dass sie auf nichts anderes mehr achten.

Ich will nicht alle Menschen, die Tieren helfen, in einen Topf werfen, aber wenn man mit den Panikmailern aus Spanien, Rumänien usw. näheren Kontakt aufnimmt, trennt sich sehr schnell die Spreu vom Weizen. Und es bleibt sehr viel Spreu !!!

Viele “Facebook-Tierschützer” sind sehr naiv und es wundert mich nicht, dass dann häufig die nächsten Rundmails folgen: “Bitte dringend helfen, der arme Hund muss sofort aus seiner

Pflegestelle !” Die Tiere findet man dann auf Tiervermittlungsseiten wieder, angeboten von ein und derselben Organisation für eine Schutzgebühr von 280 bis zu 450 Euro !

Wohin gehen überhaupt die Gelder, wenn beim nächsten Aufruf wieder um Spenden für Freikauf, Unterbringung und Vorbereitung gebettelt werden muss ? Wer kontrolliert den Spendenfluss ? Ich verstehe, wenn für eine aufwendige Operation oder andere Notfälle ein Spendenaufruf gestartet wird, aber in solchen Vermittlungsfällen muss sich die Organisation durch die Schutzgebühren tragen ! Wer Gewinne erwirtschaften will, ist im Tierschutz sicherlich fehl am Platze !

Es scheint sehr gut zu funktionieren, denn noch während die Tiere auf den Pflegestellen sitzen und auf ihr endgültiges Zuhause warten, ist bereits der nächste Transport am Start und das ganze Spiel beginnt von neuem. Tierhandel ohne Skrupel. So genannte Auffangstationen, die oft nichts

anderes als Vermittler sind. Die Tiere werden von diesen Vermittlern meist auch noch in Pflegestellen untergebracht, die dann für die Versorgung der Hunde aufkommen und letztlich taucht der Vermittler dann nur noch auf, wenn das Tier vermittelt wird um die Schutzgebühr zu kassieren !

Natürlich wird wenig oder gar nichts an den ursprünglichen Verein im Ausland abgeführt. Das ist Tierhandel und hat mit Tierschutz aber auch überhaupt nichts zu tun ! Solche Praktiken sind ein Schlag ins Gesicht aller verantwortungsvoll arbeitender Tierschutzorganisationen und Vereine !!!

Helfe weiterhin ausländischen Hunden, aber schau genau, woher das Tier kommt ! Überlege in Ruhe, welchen Anspruch du an einen Hund hast, was du von ihm erwartest und was du ihm geben kannst. Lasse dich ausführlich beraten und achte darauf, wie viel dir ein Vermittler zum Wesen des Tieres sagen kann. Kläre im Vorfeld ab, welche tierärztliche Versorgung veranlasst wurde und ob bei Tieren aus dem Süden auch der ausführliche Mittelmeercheck gemacht wurde und nicht nur der unzuverlässige Schnelltest ! Vermeide es, ein Tier von einem Massentransport zu übernehmen !

Kein Tierheim und kein Tierschützer kann dir jemals eine 100%ige Garantie für ein Tier und seine Entwicklung geben.

Damit ist den Tieren mehr geholfen, als sie nach Deutschland zu verschleppen ! ! !

 

(Quelle:http://www.tierzuliebe.info/tierschutz-oder-tierschmutz.html)